App Cel – Marktsituation

Der gegenwärtige Status in der Branche / am Markt

Egal, ob Jacke oder Hose, Schuh oder Handschuh – für jedes Produkt, das in Serie produziert werden soll, muss auf Basis eines Entwurfs (egal ob digital oder auf Papier) ein Prototyp erstellt werden: Nur anhand der Entwicklung dieses Prototyps lassen sich mögliche Schwächen des Designs, bei der Auswahl der Komponenten oder in der möglichen Technologie bei der Produktion herausfinden und abstellen

Die Anbieter von Bekleidung (und ähnlichen Softgoods wie Schlafsäcken und Handschuhen) haben mittlerweile aus Kostengründen dramatisch viel Know-how und auch technische Möglichkeiten selbst Prototypen zu entwickeln abgebaut.
Dazu werden mittlerweile die vorgesehenen Produzenten in Fernost oder in Ost-Europa beauftragt, eben diese Prototypen zu entwickeln.

Seit einigen Jahren zeichnen sich nun aber Entwicklungen ab, dass die negativen Folgen die ursprünglich erzielten Kostensenkungen deutlich übertreffen:

  • Schnitte und Gradierung (Größentabellen) werden immer mehr „internationalisiert“, was natürlich fatal ist, weil selbst in Europa unterschiedliche Größentabellen für verschiedene Länder und Regionen zur Anwendung kommen müssen, um akzeptable Passformen anbieten zu können.
  • Der Grad an Innovation sinkt signifikant, weil Produzenten natürlich eher die Auslastung der vorhandenen Anlagen anstreben, als neue Technologien einzuführen.
  • Die Unterscheidbarkeit der Marken sinkt signifikant, da zum Teil sogar Wettbewerber in denselben Factories produzieren lassen (müssen)

Zudem erweist es sich trotz Globalisierung und allgegenwärtigem Internet nach wie vor als sehr schwierig, Vorstellungen des europäischen Designs den auf Vereinfachung in der Produktion getrimmten Entwicklern nahezubringen, was dazu führt, dass ein erheblicher Teil der Entwürfe nie den Status der Produktionsreife erreicht. Ab einer gewissen Größenordnung ist hier der Kostenfaktor erheblich, der von den europäischen Bekleidungsanbietern getragen werden muss.

Derzeit versucht man mit mehrmaligen Besuchen pro Kollektion der in Europa sitzenden Verantwortlichen bei den Produzenten in Fernost (oder Ost-Europa) diese Nachteile in Grenzen zu halten, wodurch aber wiederum erhebliche Reisekosten entstehen.

Die daraus resultierende Ununterscheidbarkeit von Modellen verschiedener Marken erhöht den sowieso vorhandenen Preisdruck auf die Anbieter nochmal beträchtlich.

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